Acht Paten für acht Millenniumsziele
Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers auf der Welt
Pate Naldo,
Abwehrspieler bei Werder Bremen
"Meine Heimat ist Brasilien. Brasilien ist reich an Schätzen der Natur. Aber die Mehrzahl der Brasilianer ist arm, landlose Bauern und Slumbewohner hungern. Um Armut und Hunger im eigenen Land zu überwinden, fordert die brasilianische Regierung fair play im Welthandel. Jeder kann etwas tun: Ich selbst unterstütze ein Strassenkinderprojekt in Brasilien.
Ich bin für fair play: im Fußball und zwischen reichen und armen Ländern in der Welt."
Tarefa No 1: Superar a pobreza extrema e fome
"A minha terra é Brasil. Brasil tem uma riqueza enorme de recursos naturais. Mais a maioria dos Brasileiros é pobre, campesinos sem terra e moradores das favelas estao a sofrer de fome.
Para ultrapassar pobreza e fome no meu pais o governo brasilieiro exige fair play no comercio mundial. Cada um de nos pode ajudar. Eu propriamente estou a suportar um projecto de crianzas da rua em Brasil.
Por isso voto para o fair play no futbol mesmo como entre os paises pobres e ricos do mundo."
Ziel 2: Bereitstellung der Grundschulbildung für alle Kinder
Pate Willi Lemke,
Senator für Bildung und Wissenschaft
"Das Millenniumsziel Bildung ist ein sehr ehrgeiziges, aber ein absolut notwendiges Ziel. Wir wissen aus unserem eigenen Umfeld, wem es an Bildung mangelt, der hat kaum Chancen in unserer Gesellschaft. Das gilt ganz besonders im Weltmaßstab. Für die Bekämpfung der Armut in der Welt ist Grundbildung eine der wichtigsten Voraussetzungen. Deswegen stelle ich mich gerne als Pate für dieses Millenniumsziel zur Verfügung. Als Vizepräsident in der internationalen Organisation Global Cities Dialogue (GCD) engagiere ich mich schon seit Jahren gegen die Spaltung zwischen armen und reichen Ländern, die durch die der digitalen Entwicklung droht. Noch wichtiger ist unser Engagement für eine weltweite Grundbildung. Ich weiß, dass an unseren Schulen die Armutsbekämpfung in der Welt immer wieder thematisiert wird. Es gibt auch ganz praktische Projekte, beispielsweise den armen Ländern bei Bau von Schulen zu helfen. Um das Millenniumsziel zu erreichen, müssen wir alle unser Engagement noch verstärken."
Ziel 3: Förderung der Gleichheit der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
Patin Ulrike Hauffe,
Landesbeauftragte für Frauen und Leiterin der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF)
">Menschenrechte sind Frauenrechte< - dieser Satz hat sich seit der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 weltweit verbreitet. Globalisierung hat oft für Frauen einen hohen Preis. Als Migrantinnen und asylsuchende Frauen tragen sie in besonderem Maße die Last kultureller Brüche und Lebenssituationen, z.B. wenn ihnen bei Abschiebung in ihr Herkunftsland geschlechtsspezifische Verfolgung droht. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass in unserem Gemeinwesen Frauen aller Kulturen und Nationalitäten von den erreichten Frauenrechten profitieren. Ich setze mich darum für den Erhalt von Initiativen und Projekten ein, die sich um den Schutz und die Integration von Frauen aus anderen Ländern bemühen, wie die Migrantinnenberatungsstelle oder die Betreuung für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution."
Ziel 4: Reduzierung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel
Pate Prof. Dr. Heinz-Jochen Zenker,
Leiter des Gesundheitsamtes Bremen
"Ich unterstütze die Milleniums-Entwicklungsziele, weil sie sich entschieden dafür einsetzen, die materiellen Ungerechtigkeiten und die mit ihr verbundenen Gesundheits- und Sterberisiken dieser - nicht teilbaren Welt - zu verringern. In den Ländern der Dritten Welt stirbt eines von 10 Kindern vor dem 5. Geburtstag, bei uns eines von 150. Wir müssen nicht nur global denken, sondern auch lokal handeln. Deshalb werden wir hiesige Initiativen vorstellen, die in der Dritten Welt zur Senkung der Kindersterblichkeit beitragen und verbinden dies mit der Hoffnung auf Vermehrung und bessere finanzielle Unterstützung der Bremer Projekte."
Ziel 5: Reduzierung der Müttersterblichkeit um drei Viertel
Patin Annelie Keil,
Uni Bremen
"Hilflosigkeit ist eine tödliche Bedrohung und Menschlichkeit entsteht mit unserer Entscheidung, dieser Hilflosigkeit von Menschen in besonderen Lebenslagen praktisches Handeln entgegenzusetzen. Die Sterblichkeit und gesundheitliche Versorgung von Müttern wie die Ermutigung, Mutter zu werden, ist nicht nur eine medizinische, sondern eine grundsätzliche Frage an die Bereitschaft der Menschengemeinschaft, zusammen mit den Müttern der nächsten Generation Leben zu ermöglichen und alles zu teilen, was wir haben. Es geht dabei nicht nur um das physische und soziale Überleben, sondern auch um die Zukunft einer spezifischen Form des menschlichen Zusammenlebens. Der Hunger eines Kindes ist mehr als die Suche nach der Muttermilch und nicht mit Notnahrung zu stillen. Wenn Mütter sterben gehen Liebe, körperlicher Schutz, seelischer Trost, geistige Ermutigung und soziale Zukunftsbegleitung als Form weiblicher Sorge, Fürsorge, Pflege und Hilfe verloren. Ohne die aber sind wir auf Dauer alle verloren."
Ziel 6: Erfolgreiche Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Patin Ingelore Rosenkoetter,
Senatorin für Arbeit, Frauen,
Gesundheit, Jugend und Soziales
"Die Schwerpunkte der HIV/AIDS-Epidemie liegen weiterhin in Afrika und Südostasien.
Die Krankheit führt dort - in einem für uns unvorstellbaren Ausmaß - zu menschlichen, sozialen und ökonomischen Katastrophen. Es ist daher wichtig, dass wir über die Gefahr der Ansteckung mit AIDS aufklären, die medizinische Vorsorgung weiter verbessern und auch die Krankheit hier in Europa nicht auf die leichte Schulter nehmen. Allen, die sich in Bremen in der HIV/AIDS-Prävention engagieren, möchte ich herzlich danken."
Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Pate Ronald-Mike Neumeyer,
Senator für Bau, Umwelt und Verkehr
"Schon der ehemalige deutsche Umweltminister und UNEP-Direktor Klaus Töpfer hat immer wieder auf den Zusammenhang von ökologischer Zerstörung und weltweiter Armut hingewiesen. Armutsbekämpfung und globaler Umweltschutz gehen Hand in Hand. Nur wenn es gelingt, immer mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen, eine hygienische und umweltfreundliche Entsorgung der Schmutzwässer zu gewährleisten, allen Menschen eine menschenwürdige Unterbringung, zu der auch eine umweltgerechte Energieversorgung gehört, zu ermöglichen, können wir auch sicher stellen, dass die natürliche Umwelt den Schutz erfährt, den wir alle für unser Leben auf diesem Planeten wünschen und brauchen: in Nord und Süd, in Ost wie West. Darum gilt auch für mich: Das Erreichen der Millenniumsziele ist ein praktischer Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung und das heißt immer auch: den weltweiten Umweltschutz."
Ziel 8: Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Patin Marie Luise Beck (MdB)
"Wir Bremer haben als Hanseaten noch nie viel von Handelsbeschränkungen gehalten. Solche Zölle und Quoten sind meist ungerecht, ärgerlich, widersinnig. Auch in einer globalisierten Welt können wir die Armut der ärmsten Länder abbauen, wenn wir freien Marktzugang, auch und gerade zu unseren Märkten, gewähren. Mit der neuen EU-Zuckermarktordnung wurde ein erster Anfang gemacht.
Weitere wichtige Schritte im Kampf gegen die Armut sind die umfassende Lösung der Schuldenfrage, Schaffung menschenwürdiger und produktiver Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern, Gewährleistung von Zugang zu wichtigen und preiswerten Arzneimitteln sowie die Verbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechniken."